Zu Fuß zur Schule

Häufig werden Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren.

- sie schaffen den Weg so schneller.
- sie sind vor Unfällen und Gefahren geschützt.
- Eltern wissen, dass die Kinder gut angekommen sind.

Die gut gemeinten Bring- und Holdienste der Erwachsenen bringen leider auch große Nachteile für die Kinder mit sich.

 


10 Fragen und 10 Antworten zum Thema wollen diese Nachteile deutlich machen, eine Diskussion anregen und vielleicht Verhaltensänderung bewirken. Elternabende, Elternstammtische, Elterntreffs bieten Gelegenheit, darüber zu reden. Mit der Aktion "Zu Fuß zur Schule" soll das Gespräch angestoßen, das Problem ins Bewusstsein gerückt werden.

1. Ist die gesundheitliche Situation der Schulkinder ein Problem?
Nach Aussage der WHO
- sterben jährlich 2 Millionen Menschen an den Folgen von Bewegungsmangel.
- besitzen 40% der Grundschulkinder bereits einen schwachen Kreislauf.
- hat sich die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger verdoppelt.

2. Soll man die Kinder nicht vor der schlechten Außenluft schützen?
Ja, aber grundsätzlich durch Reduzierung des Kfz-Verkehrs. Die Luft im Auto ist häufig noch schlechter als die auf dem Gehweg.

3. Atmen nicht gerade die Fußgänger den Schmutz verstärkt ein?
Nein, denn Messungen ergaben im Vergleich zum Bürgersteig eine um ca. 50% höhere Kohlenmonoxid- und Stickstoffkonzentration im Innenraum von Autos.

4. Ist  zu Fuß gehen für Kinder heutzutage nicht gefährlich?
Stimmt, deshalb ist es wichtig, den Autoverkehr in den Städten zu reduzieren.

5. Ist mein Kind nicht erst einmal im Auto sicherer?
Nein, die Verkehrssicherheit ist im Auto nicht größer. 46% der bei einem Verkehrsunfall getöteten Grundschüler starben in einem Pkw.

6. Ist es nicht klüger, mein Kind erst zur Schule gehen zu lassen, wenn es älter ist?
Es ist nachgewiesen, dass sich dadurch lediglich die Unfälle verschieben. Heute liegt der Unfallgipfel von Schulwegunfällen bei den neun- bis zehnjährigen. Der Unfallgipfel bei den Radfahrern liegt bei den 12-14 jährigen. Die Unfälle häufen sich nach der Radfahrprüfung, wenn Routine eintritt.

7. Hat mein Kind auf dem Schulweg nicht mit Belästigungen zu rechnen?
Die soziale Sicherheit der Kinder nimmt zu, wenn möglichst viele Menschen auf den Gehwegen unterwegs sind. Auch der Umgang mit unliebsamen Kontakten gehört zur Sozialisation.

8. Schultaschen sind heute sehr schwer. Soll mein Kind einen krummen Rücken bekommen?
Sollte die Schultasche zu schwer sein, dann ist das Eltern-Taxi nicht die Lösung. Das Problem sollte bei einem Elternabend besprochen und bereinigt werden.

9. Hat denn die Begleit-Mobilität einen bemerkenswerten Anteil am Verkehrsgeschehen?
In Großbritannien ist der Anteil der Schulwege mit dem Auto in den letzten 20 Jahren von 10% auf 35% angestiegen. In Deutschland gibt es erst in jüngster Zeit entsprechende Angaben. In Haushalten mit Kleinkindern entstehen ca. 25% der zurückgelegten Wege durch Begleitungen.

10. Hätte der Verzicht auf solche Autofahrten einen bemerkenswerten positiven Umwelteffekt?
Bei einem Schulweg von 2 km Länge und 200 Schultagen im Jahr werden ca. 160 kg CO2 in die Luft geblasen. Die sind einzusparen.

Text in Anlehnung an:
FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland, Exerzierstraße 20, 13357 Berlin
www.zu-fuss-zur-schule.de/darum_geht_es.php